Als Webdesigner, der sich auf Immobilienmakler spezialisiert hat, sehe ich immer wieder dieselben Fehler auf Makler-Websites. Fehler, die nicht nur unprofessionell wirken, sondern konkret Kunden und Aufträge kosten. Das Frustrierende daran: Die meisten davon lassen sich relativ einfach beheben.
In diesem Artikel zeige ich Ihnen die fünf häufigsten Fehler — und was Sie stattdessen machen sollten.
1 Keine mobile Optimierung
Es klingt fast unglaublich, aber auch 2026 gibt es noch Makler-Websites, die auf dem Smartphone kaum bedienbar sind. Winzige Schrift, horizontales Scrollen, Buttons die man nicht treffen kann, Bilder die über den Bildschirm hinausragen.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Über 70 % der Immobiliensuchen finden auf dem Smartphone statt. Wenn Ihre Website mobil nicht funktioniert, verlieren Sie den Großteil Ihrer potenziellen Kunden, bevor sie auch nur Ihr erstes Objekt gesehen haben.
2 Schlechte Objektpräsentation
Die Immobilien sind das Herzstück jeder Makler-Website. Trotzdem sehe ich häufig: winzige Vorschaubilder, keine Galerie-Funktion, fehlende Grundrisse, keine Filteroptionen und sparsame Beschreibungstexte. Manchmal besteht die gesamte „Immobilienseite“ aus einer einfachen Tabelle mit Links zu PDF-Exposés.
Potenzielle Käufer und Eigentümer beurteilen Ihre Kompetenz danach, wie Sie Objekte präsentieren. Wenn Ihre Immobilien online schlecht aussehen, wird niemand glauben, dass Sie sie offline gut vermarkten.
Investieren Sie in ein professionelles Exposé-System mit großen Bildern, Bildergalerie, Lageplan und Kontaktformular. Jedes Objekt sollte eine eigene, ansprechende Detailseite haben — nicht nur eine Zeile in einer Tabelle.
3 Fehlende oder versteckte Kontaktmöglichkeit
Der gesamte Zweck Ihrer Website lässt sich auf einen Satz reduzieren: Der Besucher soll Sie kontaktieren. Umso erstaunlicher, dass viele Makler-Websites die Kontaktmöglichkeit regelrecht verstecken.
Typische Fehler: Die Telefonnummer steht nur im Impressum. Das Kontaktformular ist erst nach drei Klicks erreichbar. Die E-Mail-Adresse ist als „info(at)firma.at“ geschrieben und nicht klickbar. Oder es gibt überhaupt kein Kontaktformular — nur eine generische E-Mail-Adresse.
4 Langsame Ladezeiten
Eine langsame Website ist wie ein unaufgeräumtes Büro beim ersten Kundentermin — der erste Eindruck ist dahin. Studien zeigen, dass 53 % der mobilen Besucher eine Seite verlassen, wenn sie länger als drei Sekunden lädt.
Die häufigsten Ursachen bei Makler-Websites: unkomprimierte Fotos (ein einziges Bild kann mehrere Megabyte groß sein), veraltete oder zu viele Plugins, billiges Hosting und aufgeblähter Code durch Website-Baukästen oder schlecht programmierte Templates.
Neben dem schlechten Nutzererlebnis hat die Ladezeit auch direkte Auswirkungen auf Ihr Google-Ranking. Seit 2021 sind die Core Web Vitals ein offizieller Ranking-Faktor — langsame Seiten werden also auch in den Suchergebnissen abgestraft.
Testen Sie Ihre Website auf pagespeed.web.dev. Wenn der Performance-Score unter 70 liegt, besteht dringender Handlungsbedarf. Bilder sollten im WebP-Format und komprimiert hochgeladen werden — das allein kann die Ladezeit halbieren.
5 Kein Vertrauensaufbau
Immobilien sind Vertrauensgeschäft. Der Verkauf einer Wohnung oder eines Hauses ist für die meisten Menschen eine der größten finanziellen Entscheidungen ihres Lebens. Entsprechend genau schauen sich Eigentümer an, wem sie diesen Auftrag anvertrauen.
Viele Makler-Websites versäumen es, dieses Vertrauen aktiv aufzubauen. Es fehlen Kundenbewertungen, Referenzen, ein „Über uns“-Bereich mit echten Fotos des Teams, Zertifizierungen oder Mitgliedschaften. Stattdessen gibt es generische Stockfotos und austauschbare Texte, die auf jeder beliebigen Website stehen könnten.
Fazit
Die meisten dieser Fehler haben eine gemeinsame Ursache: Die Website wurde einmal erstellt und seitdem nicht mehr angefasst. Aber der Online-Auftritt eines Maklers ist kein einmaliges Projekt — er ist ein laufendes Geschäftsinstrument, das gepflegt und optimiert werden muss. Wer diese fünf Fehler behebt, wird nicht nur professioneller wirken, sondern messbar mehr Anfragen über die eigene Website generieren.
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